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André Marie Ampère
01.03.1775 - 01.03.1836
Physiker

Seine Erfindungen:

Am 11. September 1820 hört Ampère von Oersteds neuester Entdeckung, dass ein in einem Draht fließender elektrischer Strom eine Magnetnadel ablenkt.

Daraufhin kauft er sich eine sehr große Voltasäule und beginnt zu experimentieren. Und tatsächlich: Innerhalb weniger Monate gelingt es ihm, eine vollständige Theorie des Elektromagnetismus zu finden. Der Satz: "Der Magnetismus einer Substanz wie Eisen ist so zu verstehen, dass jedes Molekül einen geschlossenen Stromkreis enthält" ist für die damalige Zeit eine wahrhaft unglaubliche Erkenntnis.

Ampère findet somit eine im Jahr 1820 völlig neue Theorie des Magneten. Diese belegt er mit Experimenten, die er sowohl allein als auch mit Freunden wie z.B. Poisson, dem "Vater" der Statistik, durchführt. Seine Experimente sind derartig überzeugend, dass seine Theorie von niemandem angezweifelt wird. 1827 bringt er sein großes Werk: Memoire sur la Theorie mathematique les phenomenes elektrodynamiques, uniquement deduite de l'experience (Abhandlung über die mathematische Theorie der elektrodynamischen Phänomene, ausschließlich aus den Experimenten abgeleitet) heraus.

Ampères praktische Bedeutung:

Ganz einfach gesagt: Die Menge macht's aus. Die Menge der Elektronen!

Die "alten" elektrostatischen Maschinen, also die Maschinen bis zur Erfindung der Voltasäule, konnten zwar bis zu 30 000 Volt erzeugen, aber höchstens 0,000 001 Ampère - Mikroampère. Ihre maximale Leistung war ein Watt. Große Experimente und Wirkungen, die auch sichtbar waren, waren damit nicht möglich (außer Funken)!

Seit Volta und Ampère schaute die Sache ganz anders aus. Napoleon schenkte der Pariser Universität eine Batterie mit 3 000 Zellen, die zusammen ungefähr 3 000 Volt hatten. Diese Batterie konnte ohne weiteres 10 Ampère liefern. Ihre Leistung lag somit im Kilowattbereich.

Der Leistungsunterschied, der zwischen statischer und galvanischer Elektrizität bestand, war so groß, dass viele Physiker glaubten, es gäbe verschiedene Elektrizitäten.

Ampère fand die richtige Lösung innerhalb weniger Monate!

Sein Leben:

Ampère, der "Newton der Elektrizität", hatte es in seinem Leben nicht immer leicht. Sein Vater, der von ihm sehr geliebt wurde, war ein wohlhabender Kaufmann in Lyon. Eine öffentliche Schule hat Ampère nie besucht. Sein Wissen hat er sich lediglich durch's lLesen angeeignet. Er verschlang alle Bücher, die ihm in die Hände fielen. Mit 14 Jahren ging er in eine Bibliothek und verlangte ein Buch über Euler (berühmter Mathematiker - Eulersche Gerade), der Bibliothekar war einigermaßen erstaunt und wies Ampère darauf hin, dass dieses Buch inhaltlich sehr anspruchsvoll und noch dazu in Latein geschrieben sei. Ampère ließ sich dadurch nicht entmutigen und lernte innerhalb weniger Wochen Latein. Danach machte er sich wieder auf den Weg in die Bibliothek.

Während der Französischen Revolution wurde Ampères Vater unschuldig hingerichtet. Mehr als ein Jahr war Ampère wie gelähmt. Nur langsam gewann er sein seelisches Gleichgewicht durch seine innige Frömmigkeit wieder zurück.

1796 sammelte Ampère Blumen für seine botanischen Studien, als er plötzlich einer Gruppe Mädchen begegnete. In eines dieser Mädchen verliebte er sich Hals über Kopf. Er schrieb Gedichte über seine Liebe und verlobte sich. Überaus glücklich heiratete er die junge Frau und verdiente seinen Lebensunterhalt als Lehrer an Provinzschulen. Aber wieder schlug das Schicksal unbarmherzig zu: Überraschend starb seine geliebte Frau 1803.

Während sein Privatleben alles andere als glücklich verlief, wurde Ampère zum Schulrat ernannt und arbeitete als Professor an einigen Universitäten. Das Wort 'Kybernetik' stammt übrigens von ihm.

Die zweite Ehe Ampères war im Gegensatz zur ersten eine einzige Katastrophe. Überschattet durch die Streitigkeiten mit seiner Schwiegermutter zerbrach die Ehe nach kurzer Zeit. Ab diesem Zeitpunkt führte ihm seine Mutter das Haus.

Ampère war - wie es dem Klischee eines Wissenschaftlers entspricht - oft geistesabwesend. Außerdem war er extrem kurzsichtig. So konnte es schon einmal vorkommen, dass er Napoleon Bonaparte traf und ihn nicht erkannte. Oft passierte es auch, dass er mit seinem Taschentuch eine Tafel abwischte, um sich daraufhin mit dem selben Taschentuch auch über sein Gesicht zu wischen, was ihm - wie Augenzeugen berichteten - ein etwas gespenstischen Aussehen verlieh.

Noch im Alter schrieb Ampère Gedichte, und auch leichte Musik machte ihm große Freude. Mit schwieriger, ernsthafter Musik konnte er aber nichts anfangen.

Wenn er auch in seinem Leben nur kurze Zeit Glück erleben durfte, was zum Teil wohl auch daran lag, dass er für ein praktisches Leben zu unbeholfen war, - seine Leistungen für die Physik sind unsterblich.

Dass die elektrische Stromeinheit seinen Namen trägt ist nur mehr als gerecht.

 

 

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