Theiß - fit für das neue Jahrtausend  
 
Kraftwerk Theiß


Kraftwerk Theiß  Anlagenerklärung

Das Kraftwerk Theiß, das Zugpferd der heutigen EVN, hat schon mehr als ein paar Jahre auf dem Schlot. Sechs Kilometer von Krems entfernt, am linken Donauufer, wurde es schon 1970 - noch von der NEWAG - geplant. Der Baubeginn für Block A war 1971, der zweite Block, B, war 1978 fertig gestellt. Sparen war die Devise: Und so ließ man Theiß nicht von einer einzigen Firma erbauen, sondern man zerlegte es auf dem Papier in Einzelkomponenten und holte für jede das beste Angebot ein.

Mit Theiß verdreifachte sich die Leistung aller EVN Kraftwerke.

Nach einem umfangreichen Modernisierungsprozess in den letzten Jahren ist Kraftwerk Theiß mit modernster Kraftwerkstechnik und exzellent geringen Emissionswerten fit für die Zukunft. Mit der installierten Leistung von ca. 800 MW könnte Theiß zwei Drittel des Strombedarfes Niederösterreichs abdecken.

 
 

"Turbinentaufe" im Kraftwerk Theiß

Schnelligkeit und Zuverlässigkeit sind wichtige Merkmale bei Personen und Maschinen.
Dies wurde in Theiß kombiniert und die erfolgreichste Schiläuferin Niederösterreichs zur Turbinentaufe gebeten.
Nun hat die schnellste und zuverlässigste Gasturbine in Theiß eine ganz besondere Patin: Michaela Dorfmeister.

 
 

Gasturbine - Schnitt offen
Dampfturbine - Schnitt offen


Turbinenschaufel
im Vergleich zu einer
Hand


Mitteldruckturbine
in Schale


Gasturbine

Schaufelreihe
Schaufelreihe

Block A, der "einfachere Teil" besteht aus einem Dampfkessel und einer Dampfturbine.

Block B ist da schon komplizierter, da er in den letzten Jahren auf den modernsten Stand der Technik gebracht wurde. Zu Dampfkessel und Dampfturbine kommen nämlich noch eine Gasturbine, ein Abhitzekessel und die gesamte Rauchgasreinigung.

Und so funktioniert der Block B:
In der modernen Gasturbine (ähnlich wie ein Flugzeugtriebwerk) wird Erdgas verfeuert und damit ein Generator zur Stromerzeugung angetrieben. Die noch sehr heißen Abgase der Gasturbine (ca. 560° C) strömen zur Hälfte in einen Abhitzekessel, in dem ohne zusätzlichen Brennstoff Dampf für die Dampfturbine erzeugt wird. Die zweite Hälfte nutzt man für den Dampfkessel als Verbrennungsluft. Im Kessel wird dann mit Unterstützung von Erdgas oder Öl ebenfalls Dampf erzeugt, der die Dampfturbine antreibt. Aus dieser Turbine wird ein Teil des Dampfes entnommen, um damit umweltfreundliche Fernwärme zu erzeugen, mit der Haushalte und Firmen im Raum Krems und Umgebung beheizt werden. Die Turbine selbst treibt aber wieder einen Generator an, der den elektrischen Strom liefert.
Etwas zu kompliziert? Nun, einfacher ist es, sich bloß die Verbesserungen anzusehen, die aus der Modernisierung entstanden sind.

Der Wirkungsgrad liegt jetzt bei 60 % - enorm hoch für ein Wärmekraftwerk. Und das konnte durch einen "Trick" erreicht werden. Die heißen Abgase der ersten Turbine (Gasturbine) werden zur Dampferzeugung für die zweite Turbine (Dampfturbine) verwendet. Die Dampfturbine liefert dann Fernwärme zur Beheizung von Krems und Umgebung.

Mit der Hilfe des "Abhitzekessels" kann nun Dampf für die Dampfturbine auch ohne zusätzlichen Brennstoff erzeugt werden. Das senkt den Brennstoffbedarf um ca. 20 % - und hilft, Brennstoffvorräte und die Umwelt durch weniger Abgase zu schonen.

Im modernisierten Kraftwerk Theiß stehen den Niederösterreichern nun 800 MW elektrischer Leistung zur Verfügung. Bei gesunkenem Schadstoffaustausch können nun 100.000 Haushalte mehr versorgt werden, ohne die Umwelt stärker zu belasten. Durch die Nutzung der Fernwärme aus Theiß zur Beheizung von Haushalten und Firmen kam es zu einer erheblichen Verbesserung der Luftqualität in der gesamten Region rund um Krems.

 
   
 

<< zurück          <Start>          >> weiter